Kreuzfahrtterminal Kiel

Der neue Kreuzfahrtterminal wird zusammen mit dem bestehenden Terminalgebäude als Teil eines Ensembles begriffen. Die gerundete Gebäudesprache wird fortgeführt und weiterentwickelt. Die Gebäudekanten nehmen die Linienführungen Besucherströme und der Gangways auf, und binden diese als integrale Bestandteile in die Architektur ein. Das Gebäude wird zum Abbild der Besucherströme. Einzelne Teilfunktionen und Elemente des Gebäudes werden in einer Gebäudesprache homogenisiert.

Städtebauliche Einbindung und Verkehrsströme
Die vorgegebene Gebäudekubatur und die Lage der Gebäudeaußenkanten werden grundsätzlich beibehalten. Der Bestandsbau und der Neubau spannen V-förmig einen Empfangsplatz zur Stadt für die ankommenden Besucher auf. Ein Fußgängerstreifen leitet Besucher über den Parkplatz direkt auf die Freitreppe zur öffentlichen Terrasse zu. Wir regen an, die Parkplatzanordnung und die zugehörige Linierung gestalterisch zu überarbeiten, da die Fläche vom gegenüberliegenden Park aus von oben einsehbar ist, und als Teil des zu gestaltenden öffentlichen Raumes begriffen werden sollte. Die Verkehrsführung auf dem Parkplatz kann im Übrigen weiterhin nach logistischen Erfordernissen organisiert werden.

Raumaufteilung und Besucherströme Erdgeschoss
Die Organisation der Besucherströme im Erdgeschoss bleibt entsprechend der Vorgaben grundsätzlich unverändert. So bleibt insbesondere die Position der Rolltreppe, der Gepäckannahme und der X-Ray Crew unverändert. Der Sanitärkern wird um eine Treppenbreite nach innen verschoben. Auf diese Weise entsteht ein überdachter Vorplatz unter dem auskragenden Obergeschoss. Der Verbindungsgang zwischen Bestandsbau und Neubau wird direkt entlang der Seefahrerlounge geführt, so dass der gefangene Innenhof entfallen kann.

Raumaufteilung und Besucherströme Obergeschoss
Im Obergeschoss wird durch den verschobenen Sanitärkern ein durchgängiger Weg vom Bestandsbau bis zur Gangway entlang der Fassade hergestellt. Dadurch können Besucherströme aus dem einen Terminal durch den neuen Terminal geführt werden, ohne den Betrieb in diesem zu kreuzen. Die Lage des Check-In-Counters wird um 90 Grad gedreht, bleibt aber organisatorisch unverändert. Das Zoll-Büro wird direkt neben die Zollkontrolle verlegt. Die Positionen des Handgepäck-X-Rays, der Zollkontrolle und des Kiosks bleibt unverändert. Oberlichter im Dach akzentuieren die Tageslichtführung im Raum. Die öffentliche Terrasse wird über eine großzügige Freitreppe erreicht. Sie ist zu circa einem Drittel überdacht.

Fassadenkonstruktion
Hinterlüftete Vorhangfassade, Trapezblech, Aluminiumverbundbleche, Pfosten-Riegel-Fassade.

 

WBW2017 1. Preis
Planung LPH 2-5
Realisierung 2019
Fläche ca. 4.230 qm BGF
Baukosten
Bauherr Seehafen Kiel GmbH & Co. KG
Standort Ostseekai, 24103 Kiel